Gewässer durchgängig gestalten - Umsetzen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie
Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit an unseren Gewässern ist eine zentrale Forderung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Nachfolgend sind zwei Maßnahmen beschrieben, die vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach geplant und ausgeführt wurden.
Durchgängigkeit der Wieseth
Gewässer II. Ordnung, Landkreis Ansbach, Gemeinde Wieseth, Bereich Steigmühle:
Im Bereich der ehemaligen Steigmühle war in der Wieseth noch ein altes, unterhaltungsbedürftiges Wehr vorhanden, das durchgängig umgebaut werden sollte. Die Triebwerksanlage wurde 1969 aufgelassen. Die Unterhaltung der Wehranlage wurde im Auflassungsbescheid für die Steigmühle der Gemeinde Wieseth übertragen.
Die Wieseth hat im Bereich der Steigmühle ein oberirdisches Einzugsgebiet von ca. 62 km2. Die Höhe des Überfallwehres liegt bei 432,92 m ü. NN und sollte erhalten bleiben. Damit wird sichergestellt, dass die eingestellten Grundwasserverhältnisse entlang des Gewässers Wieseth sich nicht nachteilig verändern. Der ca. 1,20 m große Höhenunterschied wurde auf einer Länge von etwa 70 m mit einer "Rauen Rampe" überwunden. Dazwischen wurden Gumpen mit Störsteinen angelegt, um Ruhezonen für nach Ober- und Unterstrom wandernde Fische zu schaffen.

Die Wehrkrone wurde auf einer Breite von 1,0 m um rd. 10-15 cm abgesenkt, um zukünftig den Niederwasserabfluss sicherzustellen. Der Wasserstand oberhalb des Wehres blieb unverändert.

Das alte Gewässerbett der Wieseth wurde mit bindigem, gut verdichtbaren Material aufgefüllt und mit großformatigen Wasserbausteinen das neue Gewässerbett modelliert.
Die Bauarbeiten wurden in den Monaten Oktober/November 2009 durchgeführt. Die gesamte Maßnahme wurde im abgemarkten Gewässerbett der Wieseth durchgeführt.

Das neu modellierte Gewässerbett der Wieseth kurz nach Baufertigstellung Ende 2009

Und so sah das neue Bachbett der Wieseth im Oktober 2010 aus.
Auf Grund der guten und trockenen Witterungsbedingungen und dem zügigen Baufortschritt konnte die Maßnahme bei geplanten Kosten von 30.000 € mit Gesamtkosten von 23.446,30 € abgeschlossen werden.
Mit dem Vorhaben wurde die biologische Wirksamkeit der Wieseth verbessert. Die Durchgängigkeit des Fließgewässers für aquatische Lebewesen (Fische und sonstige Wassertiere) wurde im Bereich der Steigmühle wieder hergestellt.
Durchgängigkeit der Wörnitz
Gewässer II. Ordnung, Landkreis Ansbach, Stadt Feuchtwangen, Bereich der Ungetsheimer Mühle:
Auf Antrag des Triebwerksbesitzers wurde das Triebwerk aufgelassen. Mit dem Auflassungsantrag war es nun möglich, die Forderungen der EG-WRRL und des Gewässerentwicklungsplanes umzusetzen. Die Wörnitz hat im Bereich der Ungetsheimer Mühle ein oberirdisches Einzugsgebiet von ca. 88 km2 .
Für die Maßnahme wurde vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach ein Bauentwurf gefertigt und mit Bescheid des Landratsamtes Ansbach im November 2009 genehmigt.

Lageplan der Baumaßnahmen an der Ungetsheimer Mühle
Folgende Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit der Wörnitz im Bereich der Ungetsheimer Mühle wurden durchgeführt:
- Verlegung des Gewässerbettes aus der Bebauung (Triebwerksbereich) heraus
- Herstellen der ökologischen Durchgängigkeit mittels Abstürzen/Sohlschwellen (= Fischaufstieg)
- Unregelmäßiges Abflachen der Ufer und Strukturierung der Sohle im Oberwasser des Mühlkanals
- Teilweiser Abriss des alten Hänßler-Wehres und Umbau zu einer Rauen Rampe
- Erwerb aller in Privatbesitz befindlichen Gewässerstrecken im Bereich der Mühle und innerhalb der beiden Gewässerarme durch den Freistaat Bayern.
Nachfolgend einige Bilder vor, während und nach den Baumaßnahmen an der Wörnitz:

Profilierung des neuen Gewässerbetts

Neue Wörnitz im Sommer 2010

Altes Klappenwehr an der Wörnitz

Umbau zur Rauen Rampe

Einbau von Sohlschwellen

Neues Gewässerbett mit Sohlschwellen bei Niedrigwasser im Sommer 2010

Gewässerbett der Wörnitz nach Baufertigstellung im Dezember 2009

Neues Gewässerbett der Wörnitz bei Mittelwasserabfluss im Sommer 2010
Der größte Teil der Bauarbeiten wurde Ende 2009 realisiert. Restarbeiten wurden im Juni/Juli getätigt und die Maßnahme im September 2010 abgeschlossen.Die Gesamtmaßnahme wurde nach dem Bauentwurf des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach mit Kosten in Höhe von 80.000 € veranschlagt und mit einer Gesamtsumme von 50.473,17 € abgerechnet.

